Da es im Sinne der fünf biologischen Naturgesetze keine "heilende Substanz" oder ein "magisches Mittel", sondern lediglich unterstützend wirksame Maßnahmen gibt, beruht jeder Zugang zum Menschen um eine grundsätzliche Veränderung schaffen zu können, auf Kommunikation.

Da jedoch, aus Sicht dieser fünf biologischen Naturgesetze, die "PSYCHE" als operatives Denk- und Grübelzentrums eine untergeordnete Rolle zu Entstehung oder Verlauf eines biologischen Programms spielt, ist es von enormer Wichtigkeit, die kommunikative Kompetenz im Sinne der Hilfestellung einer Person auf Ihre Effektivität hin zur emotionalen, biologisch-archaischen Kommunikation richten zu können.

Kommunikation, wie sie bei Nicolas Barro Coaching verstanden wird, ist keineswegs nur der Ausdruck von Gedanken, sondern jede Form von Interaktion zwischen zwei Lebewesen, welche die Aufmerksamkeit, die Perspektive oder die innere Haltung zu verändern in der Lage ist.

Insofern zählen auch Körperkontakt, örtliche Positionierung und Intention zur "Kommunikation".

Im Folgenden werden einige der Punkte, die bei Nicolas Barro Coaching im Sinne der strategischen Kommunikation verwendet werden, genannt. Es bleibt zu sagen, dass all diese Kenntnisse den Forschungen und Beobachtungen anderer Personen entspringen, denen der Dank dieser Beiträge gelten soll.

 

1. Sprache und Nicht-Sprache

So wie der Mensch verschiedene Sprachen und Dialekte kennt, hat doch jeder Mensch seine eigene Sprache im Sinne der emotionalen Verknüpfung von Worten mit Erinnerungen und Deutungen.

Beispiel: Denken Sie an "Hund" und was Sie alles mit diesem Begriff verknüpfen, schreiben Sie nieder, was Sie in den ersten zwei Minuten an Ideen dazu haben. Nun befragen Sie mindestens zehn Ihrer Bekannten und notieren Sie deren Begriffe der ersten zwei Minuten.

Sie werden bemerken, dass es bei einem einfachen, scheinbar unbedeutenden Begriff wie "Hund" eine Vielzahl emotionaler Verknüpfungen gibt, die automatisch und selbständig hervorkommen, sobald der Begriff verwendet wird. Versuchen Sie nun herauszufinden, was die biographischen Hintergründe der jeweiligen emotionalen Verknüpfungen Ihrer Bekannten sind.

Gleichzeitig neigen Menschen dazu, Teile der Wahrnehmung zu verformen, um so die Datenmenge zu reduzieren. Das typische Beispiel ist, dass Sie in diesem Moment wohl keine Vorstellung vom Gefühl der Zunge in Ihrem Mund haben. Aber jetzt, da Sie ihre Zunge spüren, können Sie damit umgehen.

Genau so werden Dinge, die sich scheinbar nicht verändern, "gelöscht", also aus der Wahrnehmung verdrängt, weil sie nicht wichtig erscheinen - doch sie können wichtig sein.

Andererseits geschieht es häufig auch, dass die Wahrnehmung generalisiert (alle Männer sind gleich, das ist schon immer so, überall...) oder verzerrt wird, was sich dann darin zeigt, dass eine andere Person eine andere "Version der Vergangenheit" erinnert.

Durch Beachtung und Kenntnis von Löschung, Generalisierungen und Verzerrungen können scheinbar verlorene Erinnerungen und Informationen wieder gefunden und genutzt werden.

 

2. Das innere Modell, die Repräsentationssysteme

Wann immer Kommunikation stattfindet, versuchen wir, Bilder und Empfindungen in anderen Menschen zu erzeugen. Nun setzen sich die inneren Bilder einer Person auf diejenige Weise zusammen, wie es für diese einzigartige Person "üblich" ist - und damit niemals gleichbedeutend mit einer anderen Person.

Eines der Kernmodelle dieser Idee sind die Repräsentationssysteme des "inneren Modells", was bedeutet, dass alles was wir wahrnehmen, auf verschiedene sensorische Weise wahrgenommen wird. Dies können visuelle, akustische, taktile oder olfaktorische Reize (und noch mehr) sein. Abhängig von der "gewohnten Wahrnehmung" der Person, sind diese verschiedenen kommunikativen Kanäle nun unterschiedlich ausgeprägt und präsent.

Während manche Personen sehr "auditiv" (akustisch) veranlagt sind und z.B. bei Vorträgen sehr viel behalten, gleichzeitig jedoch, wenn Sie ein Buch lesen, laut vorlesen müssen, um sich selbst hören zu können, gibt es andere "visive" (visuelle) Prägungen, bei denen sich eine Person etwas nur dann gut erinnern kann, wenn sie dazu ein Bild oder eine Zeichnung gesehen hat.

Zu jedem dieser "Kommunikationstypen" gehören neben bestimmten Worten (Verben, Adjektive) auch bestimmte Körperhaltungen, Arten zu gestikulieren und Veränderungen der Sprache (Melodie, Höhe etc.).

Indem die Repräsentationssysteme einer Person bekannt sind, lässt sich die Kommunikation mit dieser Person vereinfachen, indem eine Art gewählt wird, die dieser Person vertraut ist.

Beispiel: Versuchen Sie einem Freund eine Sache oder einen Zusammenhang zu erklären, und verwenden Sie zuerst nur die Sprache, ohne zu gestikulieren. Dann erklären Sie die gleiche Sache indem Sie eine Zeichnung anfertigen oder ein Bild dazu suchen. Nun erläutern Sie die gleiche Sache, indem Sie mit Modellen (Bauklötze o.ä,) arbeiten und dabei seine Hand führen. Fragen Sie ihn, welche Weise die einleuchtende Erklärung für ihn war.

 

3. Körpersignale, Mimik, Intention

Viel bedeutsamer als das gesprochene Wort ist das Nichtgesagte. Nämlich der Gesichtsausdruck, die Körperhaltung usw. Indem spezifische Körperhaltungen und vor allem der Wechsel zwischen Ihnen erkannt werden, fällt es viel leichter, den Gedankengängen des Gesprächspartners folgen zu können und Wechsel zwischen Emotionen zu erkennen. Automatisch geschieht dies, indem der Mensch eine bestimmte Intention hat. Dies hat nichts zu tun mit magischen Verbindungen zwischen Personen, sondern ist ein einfacher mechanischer Prozess, weil jeder Intention bestimmte Kombinationen von Emotionen angehören, die gleichzeitig typische mimische und gestische Merkmale haben.

Beispiel: Versuchen Sie sich eine Intention des Wohlwollens und der Güte zu schaffen und erzählen Sie währenddessen einem Bekannten, dass Sie große Angst vor einem bevorstehenden Ereignis haben. Tipp: Lernen Sie den zu sagenden Satz vorher auswendig.

 

4. Zeit

Menschen sind geschwätzig und lassen oft keine Zeit, einen Gedanken entstehen zu lassen. Das Schweigen als kommunikatives Mittel ist ein wichtiges und mächtiges Instrument. Üblich versuchen wir uns in Hellseherei und probieren, dem Gesprächspartner zuvorzukommen, um unser "Verständnis" auszudrücken. Gleichzeitig verhindern wir damit jedoch, dass im Anderen überhaupt ein neuer Gedanke entstehen kann.

Beispiel: Fragen sie einen Freund, was ihn in der letzten Woche wirklich gestört hat. Warten Sie seine Antwort ab und atmen Sie fünfzehnmal ruhig durch, bevor Sie ein Wort sagen - Blickkontakt halten.

 

5. Die Position der Hilfestellung

Die "Position" bedeutet, welche hierarchische Rolle man sich im Leben des Klienten zugesteht. Viele therapeutische Ansätze enthalten Formen der "Bemutterung", wo dem hilflosen Kranken die heilende Sache verabreicht wird.

Im Sinne der fünf Naturgesetze kann diese Art der Hilfestellung nur eine vorübergehende, symptomatische oder notfallmäßige Hilfe sein, während ein wahrer Fortschritt der Person in dem Sinne, dass sie ihre Gewohnheiten verlassen und etwas Neues beginnen kann, einer anderen Rolle bedarf.

Im Sinne der Positionierung, wie sie bei Nicolas Barro Coaching verwendet wird, ist der Therapeut/Berater/Helfende das letzte Glied in der hierarchischen Positionierung der Person, hinter allen Familienmitgliedern und Partnern, da die Quelle der Kraft und des Vorankommens einer Person immer in ihrem eigenen "System", also ihren eigenen Beziehungen zu finden ist.

Würde der Therapeut sich in die "Mutter-Rolle" begeben, entstünde eine Abhängigkeitsbeziehung, die zum Kollaps führt, sobald der Therapeut nicht mehr verfügbar ist.

 

6. Die eigene Grenze

Jeder Mensch hat seine Grenze der Kompetenz im Sinne seiner Berechtigungen, Fähigkeiten und Positionierung (Nr. 5). Leider gibt es in Deutschland die Unsitte, dass unqualifizierte Personen sich als Hobby-Onkologen beschäftigen und glauben, Erkrankten mit Kenntnis der fünf Naturgesetze helfen zu können und dabei regelmäßig großen Schaden anrichten.

Die Selbstüberschätzung führt somit zum Schaden an anderen Menschen und ist inakzeptabel.

Ich als Coach beispielsweise, kann mich per Definition nicht um die "Krankheit" einer Person kümmern, sondern bestenfalls um ihre Lebensumstände, Gewohnheiten und Abhängigkeiten. Für die "Krankheit" braucht es den jeweiligen Facharzt. Wenn sich die Lebensumstände, Gewohnheiten und Abhängigkeiten aber nun ändern und sich dadurch auch der "Krankheitszustand" verbessert, kann der jeweilige Facharzt seine Maßnahme anpassen. Verbessert sich der Zustand nicht, so bleibt der Facharzt auch weiterhin notwendig.

So bleibt jeder an seiner Position, im Rahmen seiner Möglichkeiten im Sinne der Unterstützung der Person.

Die eigenen Grenzen und Kompetenzen zu kennen und zu beachten, ist zwingend notwendig für eine verantwortungsvolle Arbeitsweise!

 

7. Das System des Menschen

Der Mensch ist ein Gruppenlebewesen und befindet sich seit seiner Geburt in einem familiären und beziehungsmäßigen System, welches wie ein Schachbrett mit seinen Figuren bestimmten Regeln und Positionen folgt. 

Jede Arbeit mit einem Menschen bedeutet stets auch eine Arbeit mit seinem System, das respektiert und brücksichtigt werden muss. Viele Menschliche Handlungen sind nicht logisch im Sinne des Individuums, sondern werden zum Erhalt und Bestand des Systems durchgeführt. Ein gutes Beispiel zu diesem Mechanismus zeigt Solomon Asch mit seiner Beforschung der "Conformity", also der Konformität. Er zeigt, dass der Mensch von Selbstzweifeln und dem Wunsch nach Integration auch Dinge vollzieht, von denen er selbst weder überzeugt noch Nutznießer ist:

8. Präsenz

"Wir sind wie Puppen mit kaputten Augen, die nach Innen sehen" (Nardone) - dieses Zitat umschreibt sehr gut das, was geschieht, wenn jemand beim Gespräch eine Erwartungshaltung oder geglaubte Vorkenntnis hat. Man sieht nicht das, was wirklich da ist, sondern begrenzt die Wahrnehmung auf das, was man in seinem Inneren bereits erwartet.

Beobachten Sie, wie sich Ihre Wahrnehmung verändert, wenn Sie während eines Gesprächs eine Ihrer eigenen Erinnerungen hervorrufen. Sie werden beobachten, dass Sie während Sie "in sich gehen", nichts wahrnehmen, was vor Ihnen geschieht. Sie sind technisch gesehen in Trance.

Dieser Mechanismus erzeugt die "selektive Wahrnehmung", die uns ausblenden lässt, wonach wir nicht suchen. Es empfiehlt sich also, nichts zu "suchen" - um nichts auszublenden.

Einen guten Selbstversuch erlaubt der "Selective Attention Test". Wer Ihn schon kennt, kann auch die neu aufgelegte Version versuchen.